Aktuelles der Fachgruppe Metallbautechnik
Auf Antrag des Bundesverbandes Metall ist die DIN 18203-2 „Toleranzen im Hochbau – vorgefertigte Teile aus Stahl“ im Jahre 2004 überarbeitet worden.
Auf Antrag des Bundesverbandes Metall ist die DIN 18203-2 „Toleranzen im Hochbau – vorgefertigte Teile aus Stahl“ im Jahre 2004 überarbeitet worden. Ausgangsproblem waren zu enge Vorgaben, die in der Praxis nicht eingehalten werden konnten. Bei handelsüblichen Meterstäben ist zum Beispiel die Toleranz dieser Meterstäbe größer als die Toleranzvorgabe der DIN 18203-2 in ihrer ursprünglichen Fassung von 1986.
Gegenüber dieser ursprünglichen Fassung wurden im Wesentlichen folgende Änderungen vorgenommen:
- Herausnahme der Nennmaßbereiche „über 12.000 bis 16.000“ und „über 16.000“, letzter Nennbereich ist jetzt über „12.000“
- Erhöhung der Zahlenwerte für die Grenzabweichungen
Weiterhin ist im Normenausschuss die DIN 18202 überarbeitet worden. Sie ist vorgesehen als Ersatz für DIN 18202 Ausgabe 4/1997 und DIN 18201, Ausgabe 4/1997. Wesentliche Änderungen sind:
- Die Normen DIN 18201, Ausgabe 4/1997 und DIN 18202, Ausgabe 4/1997 sind zur Vereinfachung zu einer Norm zusammengefasst
- Neu aufgenommen wurden die Abschnitte „Abmaße für Fluchten von Stützen“; sowie „Prüfung der Lage von Stützen in der Flucht“
- In die Tabelle mit den Grenzabweichungen und Grenzwerten für Winkelabweichungen wurden Werte für Nennmaße bis 1 Meter beziehungsweise 0,4 Meter aufgenommen.
Nicht zuletzt auf Initiative des aus Hessen kommenden Bundesfachgruppenleiters Werner Berdel (Stahlbau/Schweißen) haben sich Ende April 2004 beide Fachgruppen zu einer gemeinsamen Tagung in Magdeburg getroffen. Dabei ging es vor allem um neue Normen, Problemfälle aus der Sachverständigenarbeit und die Mitarbeit am Fachregelwerk. Nach der Begrüßung einiger neuer Gesichter im Kreis der Landesfachgruppenleiter durch Werner Berdel ging es dann gleich in die Vollen: Günter Lippe, ehemaliger Geschäftsführer des BVT-Bundesverband Tore – berichtete in seinem Vortrag über den aktuellen Stand der europäischen Tornormung. Die europäische Harmonisierung ist hier weitgehend abgeschlossen und hat erhebliche Konsequenzen auch für die Metallbauer. Ausführlich ging er zum Beispiel auf die neue DIN EN 13241-1 ein, die ab 01.05.2005 umgesetzt werden muss. Danach sind alle hergestellten Tore einer Typprüfung zu unterziehen, es ist eine werkseigene Produktionskontrolle vorzunehmen und die Tore sind mit dem CE-Zeichen zu versehen. Die anschließende rege Diskussion zeigte, wie schwierig die Umsetzung sein wird. (Hinweise: siehe auch M+T 1/2004, Seite 11 und 3/2004, Seite 26).
Eine rege Diskussion gab es dann zum Fachregelwerk. Die Landesfachgruppenleiter hatten insgesamt drei Kapitel zur Begutachtung bekommen, die dann in einer der nächsten Aktualisierungen in komplett überarbeiteter Form ins Fachregelwerk eingestellt werden sollen. Dazu gab es viele detaillierte und konstruktive Hinweise. Eine wichtige Anregung gab es zum „Schutz der Leistung“. Dieses Thema muss unbedingt in das Fachregelwerk aufgenommen werden, da es hier immer wieder zu Streitfällen mit dem Bauherrn kommt. Auch Formulare für eine Zwischenabnahme sollen mit aufgenommen werden.
Die Überarbeitung einzelner Kapitel des Fachregelwerkes durch die Bundesfachgruppen soll nach den guten Erfahrungen jetzt regelmäßig durchgeführt werden. Anschließend ging es dann noch um einige Detailfragen aus der Sachverständigentätigkeit. Beispiel: Wann und wo ist mit der Anwesenheit unbeaufsichtigter Kinder zu rechnen. Dazu sollen die Landesbauministerien angeschrieben und um Stellungnahme gebeten werden. Zum Einsetzen und Vergießen von Stahlzargen wurde durch die Bundesfachgruppe ein einheitlicher Standpunkt für die Veränderung der DIN 18360 erarbeitet.
Im Bereich der Normung wurden die Landesfachgruppenleiter über den Stand bei der Erarbeitung der Toleranznormen DIN 18201, DIN 18202 und DIN 18203-2 sowie der DIN 18008 „Glas im Bauwesen“ an deren ersten Entwurf gerade gearbeitet wird, informiert. Die Landesfachgruppenleiter und der Verband sind aufgefordert, sich intensiv mit den geplanten Inhalten auseinander zu setzen, gegebenenfalls auch externen Rat einzuholen, um für das Handwerk umsetzbare Regelungen zu erreichen.
Sachverständigenwesen: Erfolgreiche Seminar und Prüfungen
Das Sachverständigenseminar für Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik, das der Bundesverband Metall erstmalig 2001 anbot, hat sich nach erfolgreicher Entwicklung auch in 2004 weiterhin bewährt. Genauso lebhaft wurde das neu eingeführte Seminar zur Fortbildung für bereits bestellte Sachverständige angenommen. Die anstehenden Sachverständigen-Bewerberprüfungen finden in aller Regel, wegen der zentralen Lage, in der Metallfachschule Hessen in Oberursel statt.



